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Ludwig Wilhem Brüggemann: Die Bevölkerung von Stemnitz im Jahre 1784
Der königlich preußische Konsistorialrat und Hofprediger an der Schlosskirche zu Stettin, Ludwig Wilhelm Brüggemann hat alle Ortschaften des Herzogtums Pommern ausführlich beschrieben. Seine Arbeit ist das Standardwerk über die Zustände in Pommern im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts.
Über Stemnitz macht Ludwig Wilhelm Brüggemann im Jahre 1784 folgende Aussagen:
Stemnitz 1 Meile von Schlawe gegen Norden, 2 ½ Meilen von Rügenwalde gegen Osten und eben so weit von Stolpe gegen Westen, an der Wipper, hat 20 Bauern mit dem Schulzen, 7 Landcoßäthen, 5 Strassencoßäthen, 7 Büdner, unter welchen sich der Schmied befindet, 1 Schulhaus, 1 Hirtenhaus, 53 Feuerstellen, eine in dem Jahr 1770 neu erbauete und zu der Rügenwaldeschen Synode gehörige Kirche, die ein Filial von Altenschlawe und zu welcher das Dorf Wilhelminen eingepfarret ist und gränzet an die Colonie Coccejendorf. Das Land von dem hiesigen Vorwerke, welches 1737 abbrannte, ist unter die Bauern vertheilet worden. Das Dorf Stemnitz, 10 Hufen zu Nutzlin, 5 Kathen und eine Mühle auf dem Nutzlinschen Felde waren ehemals Sanitzsche Lehne. Nach dem von den Herzogen George und Barnim 1523 an dem Montage nach Martini ertheilten und von dem Herzoge Philipp zu Stolpe am Donnerstage nach der Himmelfahrt Mariä 1540 bestätigten Lehnbriefe, wurde dem fürstlichen Rathe Jakob Wobeser, wenn Clawes Sanitz oder seine rechte Leibes-Lehnserben mit Tode abgehen sollten, die Anwartung auf diese Güter ertheilet, die aber der Herzog Johann Friederich, nach dem 1571 erfolgten Tode des Asmus Sanitz, in Besitz nahm.
Quelle: "Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern", Herausgegeben von Ludewig Wilhelm Brüggemann, Königl. Preuß. Consistorialrath und Hofprediger bey der Schloßkirche in Stettin, Gedruckt bei H. G. Effenbart, Königl. Buchdrucker in Stettin 1784
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Copyright © Mathias Sielaff, Januar 2002